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Der bekannteste Vertreter der Egel, der medizinische Blutegel
(Hirudo medicinalis), gehört zur Gruppe der Hirudinida
und kommt schon seit Jahrhunderten bei der Blutegelbehandlung in der
Medizin zum Einsatz. Außerhalb des Wassers bewegt er sich mit
Hilfe von zwei Saugnäpfen an den beiden Körperenden fort.
Erwachsene Tiere sind ausgestreckt bis zu 15 cm lang und bei hellem
Licht ist eine Rückenzeichnung zu erkennen. Der Medizinische
Blutegel hat eine bräunliche bis olivgrüne Farbe, rötliche
Streifen auf dem Rücken und schwarze Flecken auf dem Bauch.
Blutegel sind langlebig: Sie werden erst mit drei Jahren
geschlechtsreif und werden über 30 Jahre alt.
Durch den übertriebenen Einsatz medizinischer Blutegel in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Blutegelbestände
stark verringert. Mittlerweile sind medizinische Blutegel in Europa
nur noch in wenigen Gebieten in ihrer natürlichen Umgebung zu
finden und stehen beispielsweise in Deutschland und der Schweiz unter
Naturschutz.
Obwohl Blutegel Zwitter sind, benötigen sie einerseits einen
Geschlechtspartner und andererseits Blut, um sich fortzupflanzen und
Jungtiere zu produzieren. Nach der Paarung werden bis zu 20 Eier
außerhalb vom Wasser abgelegt und in Kokons eingesponnen. Nach
dem Schlüpfen ernähren sich die jungen Blutegel von
kaltblütigen Wassertieren wie Fischen oder Kaulquappen.
Blutegel saugen sich an der Haut von Tieren fest, um dann die Haut
(mit Hilfe eines natürlichen Schmerzmittels in ihrem Speichel)
schmerzfrei aufzubeißen. Mit ihren Beißwerkzeugen
durchdringen sie selbst dickes Rinderfell in wenigen Sekunden.
Anschließend kann ein Egel in etwa 30 Minuten bis zum
Fünffachen seines Körpergewichts an Blut saugen.
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